Auf ein neues MacBook mit Ivy Bridge Prozessor habe ich schon länger gewartet und die Wartezeiten zeigen, dass ich da nicht alleine war. Ich habe also gleich am Dienstag eins bestellt, das Anfang Juli bei mir ankommen soll.

Auf den ersten Blick klingt das schon klasse:

Dünn wie ein Macbook Air, Prozessorleistung satt, neue, noch schnellere SSDs und ein Retina-Display mit einer für ein Laptop unglaublichen Auflösung. USB3 auch  – endlich!

Das Geld dafür war zusammengespart, also klar, dass ich dieses Wahnsinnsteil haben muss. ASAP!

Jetzt ist noch nicht mal eine Woche rum, das MacBook noch nicht da und ich will es eigentlich gar nicht mehr haben.

Schuld daran ist Kyle Wiens von ifixit.com mit seinem Artikel auf wired.com. Er hat das MacBook auseinander genommen und hält es für untragbar weil nicht reparierbar und nicht aufzurüsten..

Batterie und das Display sind so verklebt, dass ein Austausch nicht möglich ist, der RAM ist auf das Mainbord gelötet und nicht aufrüstbar, die SSD besteht aus einer kleinen Platine, mit eigener Schnittstelle, die nicht mal der des MacBook Air entsprechen soll.

Mein aktuelles MacBook aus 2008 habe ich sofort nach dem Auspacken mit einer neuen Platte aufgerüstet, und selbst diese Platte musste mittlerweile einer Größeren weichen. Selbst das DVD Laufwerk habe ich ausgebaut und durch eine zweite Platte ersetzt. Beim neuen Gerät geht das nicht mehr. Man muss sich schon beim Kauf entscheiden, wie viel RAM und Festplattenkapazität das MacBook haben und auf alle Ewigkeit behalten wird.

Das findet  Kyle Wiens unhaltbar aber letztendlich haben wir Kunden Apple gezeigt, dass wir lieber kleine, weniger wartbare MacBook Airs als etwas größere MacBooks kaufen, bei dem selbst Laien ohne Werkzeug die Batterie und mit wenigen Handgriffen die Festplatte tauschen können.

Und das ist ja nicht spezifisch für die  Applekundschaft, die Tendenz geht auch im Windows-Lager hin zu Ultrabooks. Wir greifen lieber zu  ultradünnen Geräten als zu besonders Wartungsfreundlichen. Oder wissen wir nur nicht, welche Konsequenzen wir zu tragen haben, wenn wir uns für superflache Teile entscheiden?

Anyway, Apple hat es mit dem „neuen Macbook Pro mit Retina Display“ auf die Spitze getrieben und ich bin drauf und dran, meine Bestellung rückgängig zu machen. Ich würde auch jedem, der sich eins zulegen will, empfehlen, vorher den Artikel von Kyle Wiens zu lesen. Abgesehen davon, dass das nicht besonders Resourcenschonend und umweltfreundlich ist, so ein komplexes Gerät und seine Komponenten zu einer Einheit zu verkleben, hat es sicher seine Anwendungsgebiete. Es bietet einfach unheimlich viel Rechenpower auf kleinem Raum und ein unglaublich tolles Display.

Das von mir bestellte Gerät ist das mit 8GB RAM und 256 GB SSD. Die kleine Konfiguration also. 256 GB reichen für die Systemplatte und die Aperture Bibliothek, der Rest müsste auf eine externe Platte. Nur das Modell mit schnellerem Prozessor wird mit 512 oder 768 GB SSD angeboten, die Preise dafür sind dann wirklich heftig. Jedenfalls für mich.

Als Alternative stellt sich das 13“ MacBook Pro mit einer  SSD auf. Das „alte“ 15“ MacBook ist mir eigentlich zu groß, kommt aber mit Quad-Core Prozessoren und deutlich mehr Grafikleistung.  Als SSD käme dann wohl eine Samsung 256GB SSD aus der 830er Serie und für die interne Platte würde in ein USB3 Gehäuse oder wieder in den Einbaurahmen für den DVD Laufwerksschacht wandern. Zu Hause hätte ich das Gerät wie jetzt auch an meinem 24“ Dell Monitor (ich weiss, das ist eigentlich eine Strafe für MacBooks, aber meins hatte sich noch nie beschwert : – ) und unterwegs habe ich ein Teil, das zwar nich so dünn, dafür genauso leicht und mit kleinerer Grundfläche als da neue Retina-MacBook daher kommt. Die Battereireichweiten sollen auch bei beiden Geräten bei 7 Stunden liegen, über die Anzahl der Ladezyklen könnte ich nichts finden.

Ach noch eins: Ich hab mir die Vertragsbedingungen für AppleCare Verträge angesehen: Batterien werden innerhalb der ersten drei Jahre ab Kauf bei einer Leistung von unter 50% der Ursprungskapazität kostenlos ausgetauscht – aber nur bei iPods.