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Hat ein Nexus 7 in einem Apple Haushalt eine Chance?

Ich habe gehofft, dass mit dem iPhone 5 auch ein iPad mini vorgestellt wird. Wahrscheinlich war ich da nicht gaaanz alleine. Es gab aber keins und da ich mir schon lange ein kleines Tablett zulegen wollte, ist es nun ein Nexus 7 geworden.

Das iPad mini Nexus 7 wollte ich haben, weil ich unterwegs oft ein kleines, handliches Tablet vermisst habe, wenn mir das iPhone zu klein ist. Beispielsweise beim Lesen von abonierten Blogposts in Flipboad, das eine meiner liebsten Apps ist, oder von eBooks oder beim Erstellen von Blogposts mit der WordPress App. Und natürlich möchte ich auch unterwegs Bilder von mir dabei haben,  zeigen und wenn es geht auch editieren können.

Und kann das Nexus 7 das alles?

Schon am ersten Tag kann ich das mit einem klaren Jein beantworten.

Es hat genau die richtige Größe, liegt mit der gummierten Rückseite gut in der Hand, ist ausreichend leicht und hat doch genügend Batterielaufzeit. Der erste Eindruck ist schon mal super. Auch der vom Display, und ich bin durch das Retina Display am iPad und MacBook durchaus anspruchsvoll geworden.

Die wichtigsten Apps habe ich entgegen meines Vorurteils, für iOS gibt es die guten und für Android nur werbezugemüllte Schrottapps, doch gefunden und installiert, die Auswahl ist  jedenfalls viel größer als gedacht.

Die Photoshop Touch App ist allerdings zum Nexus 7 nicht kompatibel und snapseed ist ist laut der Homepage für Android 4.0 in der Mache. Auf dem Nexus läuft schon Android 4.11, snapseed kennt der PlayStore aber immer noch nicht. Wenn man irgendwas mit Bildern machen will, dass über das Anzeigen der Google Picas Gallerie hinaus geht, braucht man zusätzliche Apps. Da ich hier noch keinen Überblick habe, verschiebe ich das Kapitel „Nexus 7 für Fotografen“ mal. Selbst die Screenshots, die damit gemacht habe, kann man ohne zusätzliche Explorer App nicht ansehen. Geht doch mit der Galerie.

Und wie sieht’s im Vergleich zu iOS aus?

Das Nexus 7 hat ja ein Jelly Bean ohne Zusätze von Handyherstellern drauf, was mit kaufentscheidend war. So wirkt es nicht als iPad-Imitat und man kommt schnell an Updates. Bei mir war es gleich Android 4.11. Bei manchen Geräten von Samsung, HTC und so habe ich ja schon den Verdacht, sie wären lieber iPhones geworden. Hier ist das anders. Ein paar lieb gewonnene Nettigkeiten fehlen, beispielsweise das Scrollen mit Gummibandeffekt und so wirkt in Chrome etwas hakelig. Überhaupt ist Chrome die Enttäuschung schlecht hin. War es lange Zeit mein Lieblingsbrowser unter OS X, kann die Android Version was das Rendern von Seiten angeht, nicht mal mit der iOS Version von Chrome mit halten. Seiten wie Spiegel Online sehen grottenschlecht aus und werden überwiegend mit weissen Bereichen angezeigt. Seiten wie „Cult Of  Android“ (sic!) haben eine Funktion zum „unendlichen“ Nachladen, die eigentlich über „weitere Artikel laden“ die Übersichtsseite um weitere Artikel verlängern sollte, klickt man da drauf, passiert aber rein gar nichts. Muss ich mal Firefox ausprobieren. Vielleicht nicht umsonst eine der am meisten geladenen Apps ….
(und tatsächlich: Im Firefox funktioniert’s)
Andoid 4.11 Jelly Bean hat dafür aber einiges zu bieten, das ich auch gerne auf dem iPhone hätte, Widgets zum Beispiel. Aber dann funktionieren wichtige Sachen wieder nicht annähernd so reibungslos wie unter iOS.

Text Diktieren kann man vergessen:

So sieht ein Satz aus, der mit iOS diktiert wurde.

Und so ein satz komma der mitte android diktiert wurde punkt

Verschärft wird das ganze dadurch, dass der Cursor sich zum Positionieren im Text kaum richtig positionieren lässt. Irgendwie landet er willkürlich zwei, drei Zeichen zu früh oder zu spät oder markiert ein ganzes Wort. Längere Texte zu schreiben ist jedenfalls eine Qual und so bin ich auch bei diesem Artikel nach dem ersten Absatz wieder von der Android App zum MacBook gewechselt. Hier punktet sogar das viel kleinere iPhone und das iPad sowieso.

Flipboard hat übrigens ein UI, das dem des iPhones entstpricht und nicht dem des iPads, das absolut gelungen ist. Irgendwie merkt man doch, dass die eine oder andere App nicht richtig den Platz von hoch auflösenden, größeren Displays nutzt und auf allen Geräten gleich ist. Die Entwickler machen sich oft nicht die Mühe bei größeren Displays dieses auch entsprechend zu nutzen sondern blasen einfach ihre Smartphone App auf. Es geht aber. Evernote, die Google+ und die WordPress Apps wirken wie für das Nexus 7 gemacht und machen auch entsprechend Spaß.

Das Nexus 7 kann man weder per Airplay noch HDMI mit einem Fernseher verbinden, das iPad kann beides. Ist mir jetzt nicht so wichtig, bringt aber auch keine Pluspunkte.

Also unterm Strich eher gemischte Gefühle. Es macht schon Spass, wenn man sich auf das beschränkt was rund läuft und man ein paar Abstriche an die Usability macht. Das Display und die Laufzeit  in Kombination mit der geringen Größe machen es für mich immer noch attraktiv.

An Jelly Bean gefällt mir die Freiheit das Gerät nach meinen Wünschen einstellen zu können, die ich im iOS nicht habe, auch wenn einiges noch heftig nach Beta aussieht und auch so funktioniert.

Ich habe den Kauf absolut nicht bereut, wenn es aber wirklich mal ein iPad Mini geben sollte, werde ich es nur dann nicht gegen das Nexus 7 eintauschen, wenn es das doppelte kostet oder sonst irgendwelche heftigen Macken hat.

 

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