lr5betaDie neue Lightroom 5 Beta musste ich natürlich gleich ausprobieren.

Da man den LR4 Katalog nicht auf die LR5 Beta upgrade kann, musste ich neu importieren.
13.000 Bidler habe ich gemacht, seid ich LR4 verwende und alle gleich noch mal in LR5 importiert.

Das hat gut 3 Stunden gedauert. Die CPU war dabei mit allen 8 Cores (ok, sind eigentlich „nur“ 4 echte Kerne) am Anschlag, der Lüfter hat gesäuselt aber der Grafik-Prozessor war idle. Das ginge besser.

Die meiste Zeit hat dann auch das Erstellen der DNGs für die „Smart Vorschau“ gebraucht, d.h der Upgrade von LR4 auf LR5 dauert sicher ähnlich lange.Und 10% der CPU-Last ging für die Spotlight Indizierung drauf (siehe mdworker in der Prozessübersicht). Wenn das Importieren zeitkritisch sein sollte, würde ich Spotlight dann mal abschalten …

Die „normalen“ Vorschaubilder belegen wie bisher 2,5 GB, die neue SmartPreview Ordner dann immerhin 12,6 GB, allerdings für 13.000 Bilder!

Ich dachte eigentlich, das neue „Aufrichten“ Tool, mit dem Bilder gerade gestellt und stürzende Linien mit einem Knopfdruck korrigiert werden könne, wäre das Feature, das mich am meisten interessieren würde. Das funktioniert auch gut und PTLens wird damit endgültig überflüssig, was mich fast etwas wehmütig macht, da es auch immer gute Arbeit verrichtet hat, allerdings immer auf Kopien der Bilder.

Aber trotzdem sind es andere Funktionen, die mich von LR5 überzeugen, weil ich sie häufiger nutzen werde und sie die Arbeit deutlich erleichtern werden:

  • Die Reparatur- und Kopierstempel, mit denen man nicht nur runde Stellen wegstempeln kann sondern jetzt zB auch Stromleitungen „weg malen“ kann
  • Der Radial Filter, der wie der Verlaufsfilter funktioniert, halt nur in Rund. Damit kann man prima ein Bildteil herforheben, in dem man den Rest etwas abdunkelt.
  • Und natürlich die Smart Vorschau. Das ist das eigentliche Killer-Feature und macht meinen Laptop wieder zu einem mobilen Rechner.
    Statt 25MB große RAW Files muss die SSD im MacBook nur nuch 0,965 MB große DNG Files mit sich rum schleppen.
    Die haben zwar eine geringere Auflösung, man kann mit ihnen aber arbeiten, wie mit den Original-Bildern. Also schön bewerten, verschlagworten (das ging vorher ja auch) und jetzt auch editieren.
    Echt klasse! Dank Smart Preview kann man auch zu Hause bei abgeschalteter externer Platte arbeiten und muss sie nur  beim Import oder  Export der Bilder anschliessen.

Geschwindigkeit: Auf einem Macbook mit i7 Prozessor und dem Katalog und Vorschaubildern auf SSD läuft es wie LR4 rattenschnell, Editieren, Scrollen, Filtern, Suchen, alles kein Problem und passiert ohne Wartezeit. Selbst ohne dass die GPU genutzt wird. So ein Rechner sollte von Adobe allerdings nicht zum Maßstab gemacht werden, ganz billig ist sowas ja nicht.

Stabil ist die LR5 Beta auch. Ein paar Menüpunkte sind noch in Englisch und mit Markern für die Übersetzer versehen, aber sonst könnte es als eine normale Version durchgehen.

Trotzdem habe ich noch ein paar Wünsche an Adobe:

  • Ihr stellt das Teil doch eh schon zumindest  in den Staaten in dem Mac App Store, ich vermute Apple verdient damit an Lightroom bald mehr als an Aperture.
    Einigt Euch mit Apple, baut iCloud Unterstützung in LR5 ein und einigt Euch auf eine gemeinsame Struktur für LR Katalog und Aperture Bibliothek. Sind ja eh alles SQLite Datenbanken.
    Das macht den Umstieg leichter. Ich habe noch etliche Aperture Kataloge, deren Inhalt ich gerne auch in LR sehen würde.
    Apple bekommt 30% der  LR Umsätze, Adobe kann per In-App-Käufe noch mehr Geld machen und Apple kann Aperture ganz offiziell einstellen bzw komplett mit iPhoto verschmelzen.
    Ich glaube ja, das iPhoto eingestellt und Aperture in die nächste iLife Suite integriert wird. 
  • Mit Verlaufs- und Radial-Filter sollten sollte man auch weichzeichnen können. Damit kann man das Hauptmotiv etwas vom Hintergrund frei stellen und einen Pseudo-Tilt-Shift Effekt in die Bidler einbauen. Wäre zumindest nice to have.
  • Diashow: Das Teil macht seinem Namen alle Ehre. Es simuliert einen Diaprojektor, oder Zwei mit Überblende-Technik. Hier hat Aperture mit seinen Layouts noch wie die Nase vorne.Und zwar gaaanz weit.
  • Für Fotobücher gilt das gleiche. Ziemlich schlicht gehalten. Mir gefällt das ja, aber wer es etwas poppiger mag, ist auch hier mit iPhoto oderAperture viel besser bedient. Ein paar mehr Layouts könnte sich bis zur Erstellung der finalen LR5 Version einfallen lassen.
  • An das Handling im Bibliotheksmodul kann man sich gewöhnen. Oder Adobe baut es komplett um und macht es ähnlich elegant, wie es Apple auch hinbekommen hat.
  • Lens Correction gibt es für keine meiner drei Sony Objektive und das sind gerade Exoten: das Tele-Zoom SAL-55200, das Standard-Zoom  SAL-1650 (gilt eigentlich schon das Kit-Objektiv zur A77) und das SAL-50F18 (günstige 50mm Festbrennweite)

Lightroom war für mich lange eine schlechte Kopie einer guten Idee von Apple. Die Kopie hatte das Original mit LR4 schon überholt und rennt jetzt weit voraus.

Ich mache den Upgrade auf LR5 in jedem Fall. Wenn ich könnte, hätte ich es sogar mit der Beta Version gemacht. Dass die Upgrades kostelos werden kann ich mir nicht vorstellen, trotz Vertrieb über den App-Store. Aber ich hoffe sie werden günstiger, wenn sie jetzt schon jährlich kommen.
Vielleicht macht es Adobe wie SAP: Neue Funktionen kommen per Enhancement-Pack, die dann im App-Store nachgekauft werden können ….