Spannung im Studio

Nächste Woche besuche ich einen Workshop von Vernon Trent, bei dem ich den Umgang mit alten Edeldruckverfahren lernen will. Dafür brauche ich Negative :-)

Oder sagen wir mal Bilder, die wir dann als Negative ausdrucken. Die Bilder werden nämlich im Kontaktverfahren hergestellt und die Negative müssen dabei die Größe der späteren Positive haben.

Ich wollte Bilder von meiner Freundin mitbringen und habe sie zum Studiotermin überreden können. Im dritten Anlauf hat es dann auch geklappt.

Shootings in Studios waren nicht wirklich was Neues, aber letztes Wochenende war ich zum ersten mal nicht Teilnehmer eines Workshops, sondern ganz alleine.
Das macht nervös, das Model und mich. Dagegen gab es Sekt, einen Studioleiter, der meinte, wir könnten uns Zeit lassen, solange wir wollten, und eine relaxte Visa, die mit meiner Freundin zwei Stunden vor dem Schminktisch verbrachte und mir so viel Zeit zum Aufbau des Setups und ihr viel Zeit zum Sekt-Trinken gab.

Hier ein paar Making-Of Fotos aus dem Studio. Ich finde, man kann ziemlich deutlich sehen, dass das ein Traum an Spielwiese für Fotografen ist:

 

Und wenn es im Studio Spielzeug ohne Ende gibt, ist das zwar verlockend, aber gerade am Anfang sollte man möglichst wenig Lichtquellen nutzen um den Effekt der einzelnen Lichter auch einschätzen und einstellen zu können. Bei mir waren es dann doch drei Lichter:
1. Setup:
Beautydish von vorne, ein Striplight von rechts und ein Snoot auf den Hintergrund.
2. Setup:
wieder Beautydish von vorne und der Snoot von Hinten auf das Haar.
3. Setup:
Ringlicht und sonst nix. Das war dann auch nix. Weil das Ringlicht zu klein war (oder ich hab was falsch gemacht). Jedenfalls war der Reflex im Auge auch etwas kleiner als gedacht.

Schade war, dass dann doch noch jemand das Studio nach uns gebucht hatte und die Zeit schneller als gedacht um war.
Wir machen das aber auf jeden Fall wieder, meine Freundin meinte “aber erst nach dem Urlaub”. War klar.

Egal, ich habe was, das ich mit zu Vernon bringen kann :-)

Bilder vom Model gibt es dann, wenn sie mit Vernon aus der Fixierschale gekommen sind und Nici einverstanden ist.

Ganz herzlichen Dank an Tobias vom ViP Fotostudio und Franzi von VisaArt!

 

Mein Fazit:

  • Ohne Erfahrung sollte man nicht ins Studio, die Licht-Technik ist dafür zu kompliziert. Ein guter Workshop sollte als Vorbereitung allerdings ausreichen, oder man lässt sich im Studio coachen. Macht auf jeden Fall Spass und man ist mehr gefordert, als es Workshopteilnehmer sind. Ich war jedenfalls die ganze Zeit ziemlich unter Strom.
  • Die Möglichkeiten, die ein gut ausgestattetes Studio bietet sind so enorm, dass man sich nicht unvorbereitet rein begeben sollte. Wir hatten uns ein paar Settings anhand von Bildern von 500px und der Fotocommunity, die wir uns zusammen angesehen hatten,  ausgedacht. Das Licht dafür aufzubauen war in der Zeit, in der das Model bei der Visa war, kein Problem.
  • Apropos Visa: Absolut sinnvoll ist das Model mit einer ordentlichen Visa auf das Shooting vorzubereiten. Ds gibt Vertrauen und Selbstsicherheit. Gerade wenn man die eigene Freundin fotografiert und sie weiss, dass man sie auch mal mit einem absolut miesen Schnappschuss im Urlaub ablichtet. Wir hatten jetzt kein besonderes ausgefallenes Make-up, wenn das gewünscht ist, würde ich soweit gehen und sagen: Ohne Visa geht es gar nicht! Und beim shooting darf es eigentlich schon etwas knalliger sein, als das tägliche Make-Up bei der Arbeit.
    Wir hatten es aber versäumt Franzi, unserer Visa, vorher mitzuteilen, wie die Frisur und das Make-Up aussehen sollten.
    Das war ein Fehler, denn die Visa kann ja nicht hellsehen und man muss es ihr dann spätestens beim Fototermin sagen.
    Auch sollte der zeitliche Ramen für die Visa vorher fest stehen, ich dachte das dauert vielleicht 30 Minuten und die hätten für die Vorbereitung des ersten Setups auch gereicht. Wenn es 2 Stunden dauert, würde ich es eventuell nicht im Studio sondern vorher machen lassen.
  • Shooting-Dauer: Gerade am Anfang denke ich, dass 2-3 Stunden absolute Untergrenze sind, damit man auch etwas experimentieren kann.
  • Bilder vor Ort am Computermonitor ansehen! Das Kameradisplay ist zu klein, also Laptop mitnehmen und die Bilder gleich ansehen. Ich hatte dazu auch zwei Karten abwechselnd in der Kamera und im MacBook. Mein Fazit: Belichtung war besser als gedacht, die Schärfe war nicht immer gut, gerade bei den Bildern mit Ringlicht und den Portraits am Schminktisch ohne Blitz, weil da die Blende halt weiter offen war als im Studio-Setup.

 Nice One!

 

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