(Diesen Artikel hatte ich ursprünglich im Dezember 2011 gepostet und jetzt ein kurzes Update hinzugefügt, s.u.)

Im Oktober gabs in Berlin ein Alpha-Festival. Schön wars. Und nächstes Jahr findet wieder eins statt.

Schöner Nebeneffekt: Wir konnten die neuen Nex-7 und A77 und die neuen Sony-Gläser ausprobieren und vorbestellen. Mittlerweile haben wir jetzt ein SEL-55210 direkt aus dem Sony Style Store bekommen, obwohl es sonst noch nicht auf dem Markt ist. Ich wollte ja eigentlich das 50mm f 1.8, aber 300 EUR sind dann doch etwas happig, auch wenn es einen Bildstabilisator eingebaut hat.

Das 55-210 hatten wir auch schon auf dem Festival ausprobieren können, damit kann man auch schöne Portraits machen, das Bokeh gefällt und bei 210 mm läßt sich das Motiv ordentlich vom Hintergrund freistellen. Verarbeitet ist es auch gut (aussen Aluminium aber innen dann doch Plastik, das beim Zoomen ausfährt) und auch wenn es es deutlich größer als die Kamera ist, kann man es (fast) immer dabei haben.

Billiger als das 50mm ist es allerdings auch nicht. Das SEL55210 läßt sich aber vielseitiger einsetzen, der Spassfaktor ist wirklich groß und die Ergebnisse sind hervorragend. Ich habe die Bilder in RAW geschossen um Korrekturen innerhalb der Kamera zu umgehen und finde die Aberrationen, Verzeichnung und Vignettierung absolut im Rahmen, echte Messbilder habe ich keine gemacht, aber bei den Real-Live Aufnehmen konnte ich nichts Störendes erkennen. Bei Meßbildern wird sicher vor allem eine Vignettierung feststellbar sein, aber was soll’s ich rechne die bei jedem zweiten Bild in Lighroom eh in die Bilder rein 🙂
Der Bildstabilisator funktioniert auch gut, eine „Beruhigung“, die eine um drei Blendenstufen längere Belichtung ermöglicht, kann ich bestätigen. Bilder bei 210mm mit 1/30 aufzunehmen erfordert eine ruhige Hand, aber dabei kommen komplett scharfe Bilder heraus. Das ist schon der Hammer!

Das Objektiv ist nicht schwer, es wirkt wertig, ist allerdings ziemlich lang (bei 55mm) und kann vor allem mit Sonnenblende auf eine wirklich furchteinflößende Länge ausgefahren werden.

Aber es macht sehr viel Spaß und läßt mich ernsthaft überlegen, ob ich mir nicht doch eine Nex-7 zulegen soll – dann mit einer Leica Linse? Das NEX System finde ich jedenfalls immer überzeugender.

Testbilder habe ich jetzt in ein Set auf flickr gestellt, hier eine kleine Auswahl. Für Streetphotography eignet es sich wirklich gut und auch das Klappdisplay an der Nex hilft, wenn man unbemerkt fotografieren will.

 

SEL 55210 sample 8SEL 55210 sample 3
SEL 55210 sample 2

Kleiner Tip zum Freistellen bei Portraits: Die Blende aufreissen (soweit man bei f6.3 davon sprechen kann) und dann darauf achten, dass der Abstand zwischen Kamera und Modell kleiner ist als der zwischen Modell und Hintergrund. Bei zu dichtem Hintergrung verschwimmt er leider auch bei 210mm bei eine Blende von 6.3 nicht stark genug.

Update im Juni 2014 :

Nach nun ca. 3 Jahren ist das Objektiv jetzt nicht mehr an einer NEX-3, sondern an einer A6000. Und mein ursprünglich sehr positiver Eindruck von dem Objektiv hat sich auch über die Jahre immer wieder bestätigt. Und auch der 24 MP Sensor der A6000 kann keine Schwächen aufzeigen. Klar, die Kamera könnte sie weg rechnen, wenn ich JPEG Bilder Speicher, aber selbst bei RAWs ist das Ergebnis super.

Wahrscheinlich würde das Objektiv im Test gegen zum Beispiel das FE70-200Z messbar schlechter abschneiden, aber ich wage es zu bezweifeln, dass man bei einem „normalen“ Bild, als einem, dass unter realen Bedingungen in freier Natur aufgenommen ist, einen Unterschied erkennen kann. Und damit ist es immer noch eine klare Kaufempfehlung!

Wer aber bei offener Blende perfekte Schärfe bi in die Ecken hinein und minimale Vignetierung (Abschatten am Rand) erwartet, darf gar kein Zoom an seine Kamera schrauben. Aber ein wenig Unschärfe am Rand fällt bei meinen Bildern eigentlich nie auf, da ich versuche die Hintergründe eh immer unscharf zu stellen 🙂