On Stage

Vor kurzen durfte ich mal wieder eine Band auf der Bühne fotografieren. Das ist zwar  immer ein Heidenspaß, leider kommen die Bilder später oft nicht so toll raus, wie man es sich erhofft. Daher hier mal ein paar Tips zur Technik:

  • Lichtstarke Objektive müssen rauf.
    Ich habe ein 35mm f1.8 und ein 85mm f1.8, beides nicht wirklich teure aber doch sehr lichtstarke Objektive.
    Auf der Bühne ist es oft dunkler, als man denkt. Ich weiss auch nicht, wo die vielen Strahler ihr Licht lassen. Im Prinzip werden sie aber angeschmissen, um auf der Bühne eine zur Musik passende Lichtstimmung zu erzeugen und nicht um ein Motiv für den Fotografen optimal auszuleuchten.
  • Manuelle Belichtung ist in der Regel verläßlicher als eine Automatik.
    Oft will man ja eine Person oder Gruppe und nicht die ganze Bühne fotografieren und muß darauf einstellen. Die Strahler im Hintergrund spielen dann fürs Bild kaum eine Rolle, es ist also ziemlich egal, ob der Hintergrund zu hell oder zu dunkel ist. Sie beeinflussen aber die Belichtungsautomatik zu sehr um das Hauptmotiv ordentlich belichten zu können.
    Ich mache am Anfang ein paar Testbilder und habe dann recht schnell ein Gefühl dafür, wie ich bei bestimmten Lichtsituationen (die sich zwar abwechseln aber auch immer wieder kommen) belichten muss.
  • Lieber etwas kürzer belichten und die ISO hochschrauben
    Eine 1/125 Sekunde ist oft die längste Belichtungszeit, bei der ich mich nicht hinterher über verwackelte Bilder ärgere.
    Bewegungsunschärfe tritt übrignds viel häufiger auf als Verwackelung durch unruhige Hände. Ein Bildstabilisator bringt hinsichtlich Bewegungsunschärfe gar nichts und ersetzt also auch keine grosse Blende !
    Wenn man dann ein scharfes, stimmungsvolles Bild hat, stört das Bildrauschen auch nicht mehr, oder?
  • Das Kamerdisplay lügt!
    Unschärfe erkennt man nur, wenn das Bild heftig verwackelt ist und Unter-/Überbelichtung sieht man auf dem Displaybild auch nicht so gut wie im Histogramm.
  • RAW!
    Ich tendiere dazu die Bilder eher etwas zu dunkel zu belichten, als zu hell, damit erreiche ich eine kürzere Belichtungszeit und nachträglich kann man ein Bild eher aufhellen als abdunkeln. Keine ahnung, wieso, ist aber so. Weiss bleib weiss, aus den dunklen Bereichen bekommt man oft noch was raus. Und bei RAW Bildern halt mehr.

 

Und hier nun noch ein paar Bilder vom Konzert von K J Dallaway and Friends. War eine wirklich tolle Party!

 

KJDallaway1.jpg
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Abschied vom Schwimmbad

Abschied vom Schwimmbad

Jedes Jahr, wenn die Freibadsaison vom Waldsee beginnt, wird  das Schwimmbad in Walldorf geschlossen. Diesmal allerdings zum letzten mal und das ist eigentlich ein trauriger Event, ich habe mich beim Schwimmen im Hallenbad immer sehr wohl gefühlt. Wenigstens durfte ich die Abschiedsbilder mit den letzten Badegästen machen und hatte dann das Schwimmbad für mich um die letzen Bilder vom Bad zu machen.
Das Schwimmbad hat mir sehr gut gefallen, gut es war alt, hatte aber sehr viel Charme durch seine riesige Glasfront mit Blick auf den angrenzenden Wald und See. Es war sehr hell und hatte eine tolle Farbstimmung. Die Decke ist mit braunem Holz verkleidet und dass passte sehr gut zu den Blautönen der Wandfliesen und des Beckens und dem Sichtbeton. Überall war Patina, die das Gebäude eher bereichert hatte als dass sie störend war.
Bei den Shootings waren hauptsächlich zwei Objektive an meiner Kamera:
Mein neues 10-24mm Zoom von Tamron (auf Kleinbild umgerechnet sind das 16-35mm ) und
die Nikkor  35mm f 1.8 Festbrennweite.

Für die Bilder in den Innenräumen brauchte ich selten ein Tele, eigentlich klar.
Im Nachhinein hat mich dann aber doch überrascht, dass die Bilder, die mit dem 35mm Objektiv entstanden sind, letztendlich zu meinen Favoriten gehörten. Sonst ist nehme ich es vor allen für Portratits und Stileben. Und das 10-24mm Zoom bietet doch eigentlich einen extremen Blickwinkel, und und drängt sich sich für den Einsatz in der Schwimmhalle gerade zu auf.

Hier erst einmal ein paar Bilder mit der 35mm Festbrennweite:

[scrollGallery id=2]

Das Objektiv spielt hier besonders seine Stärken durch den (Un-) Schärfeverlauf aus und bringt die Stimmung in dem Gebäude gut rüber.
Hier nun einige Bilder, die mit dem Weitwinkel-Zoom entstanden sind:

[scrollGallery id=3] Den ganzen Raum in seiner Breite habe ich nicht einmal mit 10mm Brennweite abbilden können, aber genug um kein Panoramabild aus mehreren Teilbildern erstellen zu müssen. Ob das mit dem starken Weitwinkel geklappt hätte, möchte ich auch bezweifeln, ein Pano aus mehreren 35mm Bildern wäre aber sicher drin gewesen. Warum fällt mir das erst jetzt ein?
Bei der Aufnahme mit 10mm Brennweite muss man tunlichst auf gerade Linien achten. Hält man die Kamera schräg, und sei es horizontal oder vertikal, entstehen sofort stürzende Linien, das letzte Bild zeigt es deutlich. Hier habe ich auf gerade Säulen rechts geachtet aber quer in den Raum fotografiert, der Winkel am Beckenrand vorne zeigt es überdeutlich.
Wo wir schon dabei sind, hier ein paar Tips zur Architekturfotografie, ich hatte ja vor kurzen an einem Workshop dazu teilnehmen können und so die schlimmsten Fehler vermieden – hoffe ich jedenfalls.

  • Erst mal das Gebäude genau ansehen. Das habe ich schon beim Schwimmen gemacht. Auch die Lichtsituation sollte dabei ziemlich genau beobachtet werden. Auf den Bildern machen sich Licht-/Schattenkontraste viel stärker bemerkbar als man bei der Aufnahme denkt. Ich habe teilweise HDR-Bilder erstellt um die Kontraste abzuschwächen, die Farben waren hinterher aber nicht mehr natürlich genug und die HDRS passen einfach nicht in die Serie. Für s/w Bilder kann ich sie aber wieder verwerten.
  • Perspektive und Fluchtpunkte beachten. Je weitwinkliger die Aufnahme, desto weniger kann man später retten. Die Kamera sollte eigentlich immer horizontal gehalten werden, ich habe mir vor dem Auslösen immer überlegt, in welcher Höhe die Kamera auf der gegenüberliegenden Seite wäre und auf diesen Punkt gehalten. Auch Schüsse quer in den Raum sollten nur bewusst gemacht werden, wenn man die stürzenden Linien, die dabei entstehen, auch wirklich als Stilelement im Bild haben will. Ansonsten bewirken sie meist eine unnatürliche und unruhige Stimmung.
  • Nachbearbeitung: Ich habe bei einigen Bildern mit PTLens perspektivische Korrekturen vorgenommen. Das geht aber nur in beschränktem Umfang. Das vierte Bild in der Weitwinkel-Serie ist beispielsweise von der Empore nach unten fotografiert. Die nach hinten zulaufenden Linien und nach außen fallenden Säulen habe ich ein wenig abgemildert. Hätte ich stärker eingreifen wollen, wäre ein zu kleiner Bildausschnitt entstanden. Alles wäre auch damit nicht mehr gerade geworden und ein Hochkantbild mit 35mm waagerecht ausgerichtet aufgenommen wäre die bessere Alternative gewesen. Oder ein Tilt-Shift Objektiv für 1800€.
Mit PTLens kann man aber gut tonnenförmige Verzeichnungen korrigieren. Wann immer die Fugen der Fliesen zu sehr gebogen waren, habe ich sie wieder gerade gerichtet. 
Den Weißabgleich habe ich auf Tageslicht gestellt und musste trotzdem in Aperture bei fast jedem Bild einen neuen Weißabgleich machen. Das lohnt sich aber. HDRs wollte ich eigentlich machen, aber wie schon geschrieben, waren die Ergebnisse nicht besonders farbecht. Besser hat es mit Viveza funktioniert, da konnte ich einzelene Bereiche abdunkeln oder aufhellen.
Eigentlich bin ich ein Fan von Split-Toning und dem Erzeugen bestimmter Stimmungen durch nachträgliches Einfärben. Die Bilderserie hier sollte aber auch dokumentarisch wirken und die “echte” Stimmung rüber bringen. Daher habe ich nicht nachgetont. Bei Aussenaufnahmen macht das aber durchaus Sinn.
  • Archtekturfotografie kostet Zeit. Ich war drei Mal im Hallenbad für Aufnahmen und habe mehrere Stunden mit der Nachbereitung zugebracht. Diese Zeit solltet Ihr Euch auch nehmen. Früher in der Dunkelkammer habe ich allerdings einen ganzen Abend damit verbracht ein oder zwei Bilder zu erstellen. So schlimm ist es hier nicht mehr :- )
  • Therorie büffeln hilft. Ein wirklich tolles Buch dazu ist „Architekturfotografie“ von Adrian Schulz aus dem dpunkt Verlag. Er holt sowohl den Anfänger ab, belässt es aber nicht bei Oberflächlichkeiten. Auch wenn es ein Kapitel mit Kreativtips gibt, liegt der Fokus ganz klar in der Technik. Damit ist das Fundament für die Entwicklung einer genen Bildsprache gelegt. Und die findet sich in keinem Buch.

Ich liebe mein 35mm Objektiv

Jared Polin hat das 35mm Objektiv für Portraits empfohlen (ich hatte dazu schon geschrieben), aber es ist auch ein ideales Objektiv für Stilleben und Food-Fotographie. Zum Einen weil es lichtstark ist (die Bilder hier sind alle aus der Hand und ohne Blitz geschossen) und weil es bei Blende 1.8 einen schön geringen Schärfebereich hat. Auch der Mindestabstand passt. Ach ja, mit 180EUR stimmt dann auch der Preis. Das 35mm ist mittlerweile deutlich öfter an der D90 als das 16-85mm Objektiv, das ich mir eigentlich als “Immer-Drauf” zugelegt hatte.

Wir waren bei unserem Trip nach Hong Kong gleich mehrmals im “Nanhai No.1″  und  haben nicht nur das Essen genossen sondern auch fotografiert :- ) Das Nanhai hat ein Michelin Stern und das verdienter Maßen, wie ich finde. Das schöne in Hong Kong: Dort bleiben auch Sterne-Restaurants bezahlbar.

Allerdings gab es in den unzähligen Straßenrestaurants auch ziemlich leckeres essen. Hong Kong ist definitiv kein Ort zum Abnehmen.

iPhone/iPad User, können die DiaShow unten leider nicht sehen, hier der Link zu den Bildern: Abum Hong Kong Food auf Ipernity. Allen anderen empfehle ich den Knopf für den Fullscreen Mode unten.

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